Grundlagen
Privat oder gewerblich verkaufen: wann Steuern anfallen
Wer gebrauchte Sachen aus dem eigenen Haushalt verkauft, zahlt darauf in aller Regel keine Steuer. Wer Ware einkauft, um sie mit Gewinn weiterzuverkaufen, betreibt meist ein Gewerbe. Dann zählt der Gewinn als Einkommen, egal ob eine Plattform dich meldet oder nicht.
Muss ich Steuern auf private Verkäufe bei eBay oder Vinted zahlen?
Meistens nicht. Verkaufst du Gegenstände des täglichen Gebrauchs, etwa getragene Kleidung, Möbel oder alte Elektronik, ist das kein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft. § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG nimmt diese Gegenstände ausdrücklich aus.
Anders sieht es bei Dingen aus, die keine Alltagsgegenstände sind, etwa bei Sammlerstücken, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt. Dann ist der Gewinn ein privates Veräußerungsgeschäft. Was ein Gegenstand des täglichen Gebrauchs ist, definiert das Gesetz nicht; bei Schmuck, Uhren oder Wertanlagen lohnt die Frage an eine Steuerberatung. Für die Summe dieser Gewinne gibt es eine Freigrenze im Kalenderjahr (§ 23 Abs. 3 EStG, aktuellen Betrag prüfen). Erreicht der Gesamtgewinn die Grenze oder liegt darüber, ist er komplett steuerpflichtig, auch der Teil unter der Grenze.
Ausmisten ist privat. Einkaufen, um weiterzuverkaufen, ist in aller Regel ein Gewerbe. Entscheidend ist das Gesamtbild, nicht eine einzelne Zahl.
Ab wann gilt Verkaufen als gewerblich?
Gewerblich ist eine Tätigkeit, die selbständig und nachhaltig ausgeübt wird, mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, und mit Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr. So definiert es § 15 Abs. 2 EStG. Eine feste Zahl an Verkäufen oder einen Euro-Betrag nennt das Gesetz dafür nicht.
| Merkmal aus § 15 Abs. 2 EStG | Wie es beim Verkaufen aussieht |
|---|---|
| Nachhaltig | Du verkaufst regelmäßig, nicht einmalig beim Umzug |
| Gewinnerzielungsabsicht | Du kaufst auf Flohmarkt, Haushaltsauflösung oder im Sozialkaufhaus ein, weil du mit Aufschlag weiterverkaufen willst |
| Selbständig | Du entscheidest selbst über Einkauf, Preise und Zeit |
| Teilnahme am Markt | Du bietest öffentlich an, etwa auf eBay.de, Kleinanzeigen oder Vinted |
Wer einmal den Keller leerräumt und dabei viele Artikel verkauft, wird dadurch nicht zum Händler. Wer jede Woche Ware für den Weiterverkauf einkauft, sehr wahrscheinlich schon. Dazwischen gibt es Grauzonen, und dort lohnt sich eine Steuerberatung.
Muss ich ein Gewerbe anmelden, wenn ich Sachen weiterverkaufe?
Ja, wenn dein Verkaufen ein Gewerbe ist. Wer einen Gewerbebetrieb anfängt, muss das der zuständigen Behörde gleichzeitig anzeigen (§ 14 GewO). Das geht beim Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde und vielerorts online.
Über die Gewerbeanzeige werden unter anderem das Finanzamt und die Industrie- und Handelskammer informiert, schreibt die IHK Aachen. Eine eigene Anmeldung dort brauchst du deshalb nicht. Als Gewerbetreibender gehörst du, sofern du zur Gewerbesteuer veranlagt wirst, kraft Gesetzes deiner IHK an (§ 2 IHKG); zum Beitrag fragst du deine IHK.
Beim Finanzamt beantragst du die Steuernummer elektronisch mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. ELSTER nennt dafür einen Monat ab Beginn der Tätigkeit (ELSTER, Unternehmensgründung; Rechtsgrundlage § 138 AO). In diesem Fragebogen kannst du auch auf die Kleinunternehmerregelung verzichten.
Welche Steuern zahlst du als gewerblicher Verkäufer?
Als gewerblicher Verkäufer zahlst du Einkommensteuer auf den Gewinn, unter Umständen Gewerbesteuer und, wenn du nicht Kleinunternehmer bist, Umsatzsteuer auf deine Verkäufe. Jede dieser Steuern hat eigene Regeln:
- Einkommensteuer: auf den Gewinn aus Gewerbebetrieb, also Einnahmen minus Betriebsausgaben. Wer nicht buchführungspflichtig ist, kann den Gewinn mit der Einnahmenüberschussrechnung ermitteln.
- Gewerbesteuer: für natürliche Personen erst über einem Freibetrag (§ 11 GewStG). Sie wird zum großen Teil auf die Einkommensteuer angerechnet (§ 35 EStG).
- Umsatzsteuer: entfällt, solange du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzen kannst und willst.
Was am Ende ungefähr übrig bleibt, rechnet der Steuerrechner für Reseller mit deinen eigenen Zahlen und Sätzen durch.
Was solltest du als Erstes tun?
Fang mit sauberen Aufzeichnungen an, nicht mit Formularen. Was du im ersten Monat einrichtest, prägt, wie entspannt die erste Steuererklärung wird:
- Trenn private Verkäufe aus dem eigenen Haushalt von Ware, die du zum Weiterverkauf einkaufst.
- Leg für das Verkaufen ein eigenes Konto an und lass Einkäufe und Auszahlungen darüber laufen.
- Notier jeden Einkauf am selben Tag: Datum, Quelle, Artikel, Preis, Beleg.
- Leg einen festen Anteil jeder Auszahlung auf ein Rücklagenkonto (wie viel, steht hier).
- Sprich im ersten Jahr mit Gewinn mit einer Steuerberatung.
Muss ich meine privaten Verkäufe auf Vinted versteuern?
Ab wie vielen Verkäufen bin ich gewerblich?
Wo melde ich ein Gewerbe an?
Ist das hier Steuerberatung?
Offenlegung Wir entwickeln FlowLister und geben Reseller Taxes heraus. FlowLister ist KI-Software für eBay-Angebote, die aus Artikelfotos vollständige eBay-Angebote macht, und bepreist jeden Artikel anhand kürzlich verkaufter eBay-Artikel. FlowLister erstellt keine Steuererklärungen und führt keine Bücher. Nichts auf dieser Website ist Steuerberatung.
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